Wenn Erfahrung in Rente geht: Wissen sichern, bevor es zu spät ist

Bis 2039 erreichen rund 13,4 Millionen Babyboomer das Rentenalter. Nur wenige Unternehmen nutzen bisher KI, um ihr Wissen zu sichern.

Eine Umfrage des Kreditversicherers Atradius unter mehr als 330 Unternehmen zeigt, wie groß die Lücke ist. Rund 13,4 Millionen Babyboomer erreichen bis 2039 das gesetzliche Rentenalter. Jedes fünfte Unternehmen hat keine systematische Strategie, um das Wissen erfahrener Mitarbeitender zu erhalten.

Wie Unternehmen heute vorgehen

  • 61 Prozent lassen Nachfolger über sechs bis zwölf Monate von den ausscheidenden Fachleuten einarbeiten
  • 55 Prozent dokumentieren Abläufe und Erfahrungen in internen Systemen
  • 36 Prozent halten ehemalige Beschäftigte als Berater oder auf Minijob-Basis
  • 11 Prozent lassen Arbeitsabläufe aufzeichnen oder Erklärvideos drehen
  • Nur 3 Prozent nutzen KI-Werkzeuge, die Wissen aus E-Mails und Dokumenten erschließen

Warum klassische Dokumentation nicht reicht

Das wertvollste Wissen steht selten in einem Handbuch. Es steckt in Ausnahmen und Erfahrungswerten: wie eine Anlage nach einer bestimmten Störung wieder angefahren wird oder welcher Kunde welche Eigenheiten hat. Solches Wissen lässt sich am besten im Gespräch erfassen.

Ein praktischer Ansatz

Strukturierte Interviews mit Schlüsselpersonen, verteilt auf kurze Termine, verbunden mit vorhandenen Dokumenten und Störungsberichten. Daraus entsteht eine Wissensbasis, die Nachfolger in ihren eigenen Worten fragen können. Jede Antwort nennt ihre Quelle, damit sie überprüfbar bleibt.

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